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Datenrate des menschlichen Gehirns

Mit welcher Datenrate empfängt und sendet eigentlich das menschliche Gehirn? Nach kurzen Recherchen in der Literatur und ein wenig Mathematik lässt sich das recht einfach wie folgt berechnen. Betrachtet wird hierbei die Anzahl der eingehenden und ausgehenden Nervenfasern von Sinneszellen in bzw. aus dem Gehirn. Jede dieser Fasern liefert ~300 Impulse pro Sekunde.

Recherchen aus der Hirnforschung [1]:
Anzahl Nervenfasern eingehend: 2-3 Mio
Anzahl Nervenfasern ausgehend: 1-2 Mio
Taktfrequenz: 300 Impulse/Sekunde

Das Vorhandensein dieser Impulse lässt sich in Bit ausdrücken.
Daraus ergibt sich eine Rate von 300 Bit/s pro Nervenfaser.

Eingehend:
300 Bit/s * 2 Mio = 600 Mio Bit/s = ~72 MegaByte
300 Bit/s * 3 Mio = 900 Mio Bit/s = ~107 MegaByte

Ausgehend:
300 Bit/s * 1 Mio = 300 Mio Bit/s = ~36 MegaByte
300 Bit/s * 2 Mio = 600 Mio Bit/s = ~72 MegaByte

Man kann also abschätzen, dass die eingehende Datenrate bei einem Wert zwischen 72 und 107 MByte/s liegt. Im Mittel also 90 Mbyte/s.
Die ausgehende Datenrate ist aufgrund der geringeren Anzahl an ausgehenden Nervenfasern (zu Muskeln, Drüsen, und ähnlichem) etwas geringer und liegt daher in einem Bereich zwischen 36 und 72 MByte/s. Im Mittel sind das 54 Mbyte/s.

Verglichen mit der Datenrate in einem Netzwerk liegt der „Downloadspeed“ des Gehirns also bei 720 Mbit/s, während der Upload im Mittel immerhin stolze ~430 Mbit/s zustande bringt ;-).
Kostenloses Gigabit-Netzwerk für alle… quasi… 😉 .

 

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[1] S. 45, Grawe, Klaus, Neuropsychotherapie, Göttingen 2004
[1] S. 171, Spitzer, Manfred: Musik im Kopf: Hören, Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk, Stuttgart, 1. Auflage, 2002

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